Nahe Zeitung vom 29.07.2006, Seite 15:

Über exakt 110 Treppenstufen erreicht der Wanderer die Aussichtsplattform, von der man bei gutem Wetter bis zum Donnersberg und ins benachbarte Saarland schauen kann

Leuchtturm für die Ferienregion

Imposante Holz-Stahl-Konstruktion am alten Hattgensteiner Sportplatzes wurde gestern Morgen ihrer Bestimmung übergeben

"Wir sind hier oben halt den Wolken etwas näher", versuchte sich Bürgermeister Manfred Dreier an einer Erklärung, warum es nach etlichen Sonnentagen ausgerechnet gestern Morgen beim touristischen Highlight des Jahres, der Einweihung des Aussichtsturm bei Hattgenstein, regnete...

AussichtsturmHATTGENSTEIN. "Erstaunlich und fantastisch" fand's der Festredner aus dem Mainzer Innenministerium und erklärte die imposante Holz-Stahl-Konstruktion, die er gestern Morgen am Rande des alten Sportplatzes von Hattgenstein ihrer Bestimmuzng übergab, sogleich zu einem "touristischen Leuchtturm" im Land.
Und Staatssekretär Roger Lewentz schwelgte weiter in Lob und Versprechungen: Was man im Bereich Fremdenverkehr im Birkenfelder Land noch weiter plane, mache absolut Sinn - kommentierte er jüngste Gespräche und bisher getätigte Investitionen in Höhe von 1,6 Millionen Euro, die zu 80 Prozent vom Lande gefördert wurden.

Immens wichtige Attraktion
Immens wichtig seien Attraktionen wie dieser Aussichtsturm, betonte Lewentz zudem als Bürgermeister von Kamp-Bornhofen, der Fremdenverkehrsgemeinde am Mittelrhein. "Hier komme ich gerne wieder hin", versprach er als Vater von vier Kindern den baldigen Sonntagsausflug in den Hochwald.
"Zauberwald", Nature Fitness Parc und nun der Aussichtsturm...: Für den Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Manfred Dreier, sind es Pfunde zum Wuchern und Wegsteine bei der Verwirklichung des so genannten Heritage-Konzepts, das Natur- und Kulturgüter der Region vernetze und zusammen in Wert setze.

Familiengerechte Angebote
Noch zu gestalten bleibt nach Worten des Bürgermeisters das Umfeld des mehr als 20 Meter hohen Turms. Familien- und kindgerecht sollten dabei die Angebote sein, hat Dreier beispielsweise bereits "eine Art 3 D-Landkarte" vor seinem geistigen Auge.
Vermarktet werden soll all dies - wie die nun bald erscheinende Wanderkarte, die Tourismus-Broschüre und der Bildband der Verbandsgemeinde - unter dem neuen Kulturerbe-Logo, das Thorsten Benzel von der Agentur "Kreative Medien" vorstellte. Das in Grün, Blau und Orange gehalten Signet soll die drei Konzept-Säulen Naturraum Rhein-Hunsrück, Handwerk und Kultur sowie Regionale Geschichte symbolisieren.
Weil "ein Turm allein auf einsamer Höh'" nicht genüge, habe sich die Gemeinde frühzeitig um ein gastronomisches Angebot bemüht, berichtete Hattgensteins Ortsbürgermeister Rudi Gordner. Er lobte "die hochwertige Ingenieursleistung und die gute Handwerkskunst" der am Turmbau Beteiligten.
Die Rolle des Fremdenverkehrs in der Konversions-Region würdigte Landtagsabgeordneter Hans Jürgen Noss in seinem Grußwort: Tourismus werde hierzulande nie Haupt-Broterwerb sein, sondern immer nur Begleiterscheinung. Die Bezeichnung "Highlight" habe der Turm mehrfach verdient, meinte Karl-Friedrich Hahn, der als 2. Kreisbeigeordneter an diesem Morgen den Landrat vertrat. Er sei einer der höchsten Punkte im Kreis Birkenfeld und eine Attraktion für Touristen aus dem ganzen Land - "aber auch als Bauwerk an sich ist er äußerst gelungen". (kpm)


Nahe Zeitung vom 26.07.2006, Seite 21:

Am Freitag wird der im Rahmen des Regionalen Kulturerbe-Konzeptes entstandene Aussichtsturm bei Hattgenstein seiner Bestimmung übergeben

Vier Stämme und fünf Tonnen Stahl

Beim Festakt mit dem Staatssekretär wird auch ein neues Logo vorgestellt

Aus 630 Metern über Normalnull lässt sich bei gutem Wetter nicht nur der Donnersberg, sondern auch die Dampfwolke des Kraftwerks im saarländischen Bexbach sehen.

HATTGENSTEIN. Geduld ist nach wie vor gefragt bei jenen, die die Erstbesteigung des Aussichtsturms bei Hattgenstein planen. Zwar ist am Freitag, 28. Juli, 11 Uhr, endlich die schon mehrmals verschobene Einweihung. Doch bis deren Gäste die 110 Stufen hinauf zur Plattform erklimmen dürfen, wartet ein fast zweistündiger offizieller Akt.
Staatssekretär Roger Lewentz aus dem Mainzer Innenministerium wird nach der Begrüßung durch die Bürgermeister Manfred Dreier (Verbandsgemeinde Birkenfeld) und Rudi Gordner (Ortsgemeinde Hattgenstein) die Festrede halten. Nach einem Intermezzo des Musikvereins und weiteren Grußworten werden die Designer von "Kreative-Medien" ein neues Heritage-Logo vorstellen.
Die außergewöhnliche Konstruktion aus Holz und Stahl wurde nämlich im Rahmen des regionalen Kulturerbe-Konzepts (Heritage-Konzept) mit großer Unterstützung des Landes errichtet. Initialzündung zum Bau des neuesten Frendenverkehrs-Highlight im Birkenfelder Land war, so sagt Bürgermeister Manfred Dreier, die Steigerung der touristischen Attraktivität des ländlichen Raums und damit letztendlich auch die Schaffung von Arbeitsplätzen.


Ganz neue Ausblicke gewährt der Aussichtsturm am ehemaligen Sportplatz von Hattgenstein dem Wanderer. Am Freitag wird das rund 300.000 Euro teure Bauwerk offiziell seiner Bestimmung übergeben. Foto: Reiner Drumm


Aus Holz und Stahl
Holz aus dem Schönewald bei Birkenfeld und feuerverzinkter Stahl sind die beiden Konstruktionselemente des Turms. Vier, mehr als 100 Jahre alte Douglasienstämme bilden das Haupttragwerk. Über vier Zwischenpodeste und zehn Treppenläufen mit 110 Stufen erreicht man die Aussichtsplattform in 21 Meter Höhe. Insgesamt misst das Bauwerk knapp 29 Meter.
Dach und Aussichtsplattform ragen um 180 Grad versetzt über die Mastkonstruktion hinaus und sind mit Stahlzuggliedern abgespannt. Zu den Rundholzstämmen - allein schon 28 Kubikmeter - wurden zusätzlich etwa 20 Kubikmeter Kanthölzer sowie 95 Quadratmeter Bohlenbeläge verarbeitet.
Die Schnitthölzer bestehen aus Douglasien- und Lärchenkernholz. Aus ökologischen Gründen wurde auf chemischen Holzschutz verzichtet.
Fünf Tonnen Stahlbleche und Stahldiagonalen halten die Holzkonstruktion zusammen. Der Turm wird von einer dreieckigen Fundamentplatte aus fast 50 Kubikmetern Beton und zweieinhalb Tonnen Betonstahl getragen. Geplant und berechnet wurde das Bauwerk von Thomas Gorges und Manfred Sänger, die in Reinsfeld ein Ingenieurbüro für Baustatik und Tragwerksplanung betreiben und schon vor Jahren mit einem Landespreis für Holzbau ausgezeichnet wurden. Die Fundamente goss das Bauunternehmen Hahnefeld aus Schwollen, die Ausführung der Turmkonstruktion lag in den Händen der Firma Ochs aus Kirchberg.   (kpm)

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