Nahe Zeitung vom 14.12.2005, Seite 24.:

Ursula Brächer und Markus Wetsch übernehmen die "Rothenburg-Hütte" am ehemaligen Sportplatz und das Schlachthaus in Hattgenstein

Sportlerheim wieder belebt

Metzgermeister suchte lange nach einem Objekt. Zufrieden sind alle Beteiligten mit der doppelten Lösung in Hattgenstein: Markus Wetsch und Ursula Brächer übernehmen die "Rothenburg-Hütte" am ehemaligen Sportplatz und das Schlachthaus. Lange hatte der Metzgermeister nach einem adäquaten Betätigungsfeld zur Existenzgründung gesucht.

Das Konzept der neuen Wirte Ursula Brächer und Markus Wetsch überzeugt Bürgermeister Dreier (rechts), Mitarbeiterin Meike Decker und Ortsbürgermeister Gordner.   Foto: Karsten Schultheiß

HATTGENSTEIN. Zauberwald, Nature Fitness Park, Sirona-Weg und geplanter Aussichtsturm - der frühere Hattgensteiner Sportplatz liegt im Schnittpunkt von Attraktionen. Daher wünschten sich Bürgermeister Manfred Dreier und Ortsbürgermeister Rudi Gordner eine Wiederbelebung des verwaisten Sportlerheims. Vom Frühjahr an jedes Wochenende öffnen wollen Markus Wetsch (41) und Ursula Brächer (42) die "Rothenburg-Hütte", wie das seit 1998 geschlossene Domizil des SC Hattgenstein in Anlehnung an einen Hügel in der Nähe nun heißt.
Den Auftakt ihrer Aktivitäten bildet der Weihnachtstreff, der am Sonntag, 18. Dezember, mit einem von Jagdhornbläsern umrahmten Gottesdienst im Freien beginnt. "Glühweinkutschenfahrten" und der Besuch des Nikolaus um 19 Uhr runden das Programm ab. Weiter geht es im festlich dekorierten Ambiente am zweiten Weihnachtstag um 14 Uhr, am Dienstag, 27. Dezember, dem "Wannerschdaach", um 11 Uhr, und an Neujahr um 11 Uhr. Schlachtfeste - auch für geschlossene Gesellschaften - sind in den Monaten Januar und Februar geplant.

Für Wanderer attraktiv
Angesichts der vielen Wanderer, die hierzulande oft eine Gelegenheit zur Einkehr vermissen, ist Dreier überzeugt, dass die Angebote angenommen werden. Ein Höhepunkt werde die Einweihung des 25 Meter hohen Turms in Verbindung mit einem "Holzschnitzfestival" im März oder April sein. Noch in diesem Jahr will die Fachfirma aus Kirchberg die Holz-Stahl-Konstruktion mit vier langen Baumstämmen, einer Metalltreppe und einer überdachten Plattform für mindestens 30 Personen aufstellen. Das Fundament befindet sich am Rand des Sportgeländes, so dass spätere Nutzungsmöglichkeiten des Plateaus auf 591 Metern - etwa als naturnahes Spielparadies - nicht eingeschränkt werden. Hauptsächlich wegen der gestiegenen Stahlpreise sind die Kosten um rund 100 000 auf 300 000 Euro gestiegen, wovon das Land 70 Prozent trägt.
Zunächst bemühte sich Wetsch erfolglos um ein geeignetes Gebäude und Zuschüsse, um sich als Fleischer selbstständig zu machen. Seine Idee, das Gästehaus der zwangsversteigerten Pension am Sauerbrunnen umzubauen, stieß im Oberhambacher Gemeinderat auf Widerstand.

Auch Hausschlachtungen
Hingegen rannte der Württemberger in Hattgenstein offene Türen ein: "OB" Gordner freut sich, dass er einen Pächter für das vier Jahre leer stehende Schlachthaus in der Hauptstraße 21 fand. Früher diente das Objekt aus den 50er-Jahren als Gemeinschaftseinrichtung, "doch die Auflagen waren für die Gemeinde nicht mehr erfüllbar."
Daneben will Wetsch, der seit zwei Jahren in Schwollen wohnt, Hausschlachtungen anbieten. "Das ist durch die Gammelfleischskandale aktueller denn je", meint Dreier, dem imponiert, wie sich das Paar aus Schwollen mit ganzem Herzen, aber auch mit Augenmaß engagiert. Ihre Jobs wollen die beiden weiter ausüben: Sie betreibt die "Getränke-Tankstelle" mit Schwollener Sprudel, er arbeitet in der Produktion bei Hochwald-Sprudel.
"Erst vor einem Monat gelang es uns, den gordischen Knoten zu zerschlagen", spielt der VG-Chef auf die komplizierte Rechtslage beim Sportlerheim an. Jedenfalls war die Gemeinde immer Eigentümer des 1968/69 errichteten Komplexes, da er auf ihrem Boden steht und es keinen Grundbucheintrag zu Gunsten des Vereins gibt, der eingeschlafen, allerdings noch nicht aufgelöst ist. Als Gordner den Metzgermeister fragte, ob er sich vorstellen könne, auch diese Immobilie zu pachten, zeigte der 41-Jährige sofort Interesse. So sind alle Seiten froh, dass Wetsch zunächst anderswo auf Granit gebissen hatte.    (ks)

Nahe Zeitung vom 24.12.2005, Seite 17.:


Die "Rothenburg-Hütte" wurde eingeweiht Gut besucht war der Gottesdienst im Freien zur Einweihung der "Rothenburg-Hütte" bei Hattgenstein. Mit Grußworten eröffneten Bürgermeister Manfred Dreier, Ortsbürgermeister Rudi Gordner und Pächter Markus Wetsch die Veranstaltung. Das frühere Sportlerheim ist am zweiten Weihnachtstag ab 14 Uhr, am 27. Dezember (Wannerschdaach) und am Neujahrstag ab 11 Uhr offen.

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