Ursula Brächer und Markus Wetsch übernehmen die "Rothenburg-Hütte" am ehemaligen Sportplatz und das Schlachthaus in Hattgenstein
Sportlerheim wieder belebt
Metzgermeister suchte lange nach einem Objekt. Zufrieden sind alle Beteiligten mit der doppelten Lösung in Hattgenstein: Markus Wetsch und Ursula Brächer übernehmen die "Rothenburg-Hütte" am ehemaligen Sportplatz und das Schlachthaus. Lange hatte der Metzgermeister nach einem adäquaten Betätigungsfeld zur Existenzgründung gesucht.

Das Konzept der neuen Wirte Ursula Brächer und Markus Wetsch überzeugt Bürgermeister Dreier (rechts), Mitarbeiterin Meike Decker und Ortsbürgermeister Gordner. Foto: Karsten Schultheiß
HATTGENSTEIN. Zauberwald, Nature Fitness Park, Sirona-Weg
und geplanter Aussichtsturm - der frühere
Hattgensteiner Sportplatz liegt im Schnittpunkt von Attraktionen. Daher wünschten
sich Bürgermeister Manfred Dreier und Ortsbürgermeister Rudi Gordner
eine Wiederbelebung des verwaisten Sportlerheims. Vom Frühjahr an jedes
Wochenende öffnen wollen Markus Wetsch (41) und Ursula Brächer (42) die
"Rothenburg-Hütte", wie das seit 1998
geschlossene Domizil des SC Hattgenstein in Anlehnung an einen Hügel in
der Nähe nun heißt.
Den Auftakt ihrer Aktivitäten bildet der Weihnachtstreff, der am
Sonntag, 18. Dezember, mit einem von Jagdhornbläsern umrahmten
Gottesdienst im Freien beginnt. "Glühweinkutschenfahrten" und
der Besuch des Nikolaus um 19 Uhr runden das Programm ab. Weiter geht es
im festlich dekorierten Ambiente am zweiten Weihnachtstag um 14 Uhr, am
Dienstag, 27. Dezember, dem "Wannerschdaach", um 11 Uhr, und an
Neujahr um 11 Uhr. Schlachtfeste - auch für
geschlossene Gesellschaften - sind in den Monaten
Januar und Februar geplant.
Für Wanderer attraktiv
Angesichts der vielen Wanderer, die hierzulande oft eine Gelegenheit
zur Einkehr vermissen, ist Dreier überzeugt, dass die Angebote angenommen
werden. Ein Höhepunkt werde die Einweihung des 25 Meter hohen Turms in
Verbindung mit einem "Holzschnitzfestival" im März oder April
sein. Noch in diesem Jahr will die Fachfirma aus Kirchberg die Holz-Stahl-Konstruktion
mit vier langen Baumstämmen, einer Metalltreppe und einer überdachten
Plattform für mindestens 30 Personen aufstellen. Das Fundament befindet
sich am Rand des Sportgeländes, so dass spätere Nutzungsmöglichkeiten
des Plateaus auf 591 Metern - etwa als naturnahes
Spielparadies - nicht eingeschränkt werden.
Hauptsächlich wegen der gestiegenen Stahlpreise sind die Kosten um rund
100 000 auf 300 000 Euro gestiegen, wovon das Land 70 Prozent trägt.
Zunächst bemühte sich Wetsch erfolglos um ein geeignetes Gebäude und
Zuschüsse, um sich als Fleischer selbstständig zu machen. Seine Idee,
das Gästehaus der zwangsversteigerten Pension am Sauerbrunnen umzubauen,
stieß im Oberhambacher Gemeinderat auf Widerstand.
Auch Hausschlachtungen
Hingegen rannte der Württemberger in Hattgenstein offene Türen ein:
"OB" Gordner freut sich, dass er einen Pächter für das vier
Jahre leer stehende Schlachthaus in der Hauptstraße 21 fand. Früher
diente das Objekt aus den 50er-Jahren als
Gemeinschaftseinrichtung, "doch die Auflagen waren für die Gemeinde
nicht mehr erfüllbar."
Daneben will Wetsch, der seit zwei Jahren in Schwollen wohnt,
Hausschlachtungen anbieten. "Das ist durch die Gammelfleischskandale
aktueller denn je", meint Dreier, dem imponiert, wie sich das Paar
aus Schwollen mit ganzem Herzen, aber auch mit Augenmaß engagiert. Ihre
Jobs wollen die beiden weiter ausüben: Sie betreibt die "Getränke-Tankstelle"
mit Schwollener Sprudel, er arbeitet in der Produktion bei Hochwald-Sprudel.
"Erst vor einem Monat gelang es uns, den gordischen Knoten zu
zerschlagen", spielt der VG-Chef auf die
komplizierte Rechtslage beim Sportlerheim an. Jedenfalls war die Gemeinde
immer Eigentümer des 1968/69 errichteten Komplexes, da er auf ihrem Boden
steht und es keinen Grundbucheintrag zu Gunsten des Vereins gibt, der
eingeschlafen, allerdings noch nicht aufgelöst ist. Als Gordner den
Metzgermeister fragte, ob er sich vorstellen könne, auch diese Immobilie
zu pachten, zeigte der 41-Jährige sofort
Interesse. So sind alle Seiten froh, dass Wetsch zunächst anderswo auf
Granit gebissen hatte. (ks)
Nahe Zeitung vom 24.12.2005, Seite 17.:

Die "Rothenburg-Hütte" wurde
eingeweiht
Gut besucht war der Gottesdienst im Freien zur Einweihung der
"Rothenburg-Hütte" bei
Hattgenstein. Mit Grußworten eröffneten Bürgermeister Manfred
Dreier, Ortsbürgermeister Rudi Gordner und Pächter Markus Wetsch
die Veranstaltung. Das frühere Sportlerheim ist am zweiten
Weihnachtstag ab 14 Uhr, am 27. Dezember (Wannerschdaach) und am
Neujahrstag ab 11 Uhr offen.
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