Neue Verkehrsführung am Glockenhaus
Anliegerversammlung in Hattgenstein: Fragen zu den Kosten für die Bürger bleiben vorerst offen
HATTGENSTEIN. Geteilte Meinungen über die Baumaßnahmen an der Landes- und Kreisstraße kamen auf der Anliegerversammlung in Hattgenstein zur Sprache. Während Ortsbürgermeister Rudi Gordner und Olaf Pauli von der Bauverwaltung der Verbandsgemeinde Birkenfeld die Ziele der Bauarbeiten umrissen, regte sich von einigen Anwohnern Widerspruch mit Blick auf die Kostenseite.
Rund 40 Bürger hatten sich im Dorfgemeinschaftshaus eingefunden, um sich die Vorträge über den Ausbau der Landesstraße 175 und der Kreisstraße 15 anzuhören.
Hauptsächlich geht es um eine veränderte Straßenführung am Glockenhaus im Ortskern: Der Einmündungsbereich soll deutlich entschärft werden, indem der von Oberhambach kommende Verkehr links an dem Wahrzeichen vorbeilaufen soll. Ansonsten werden die beiden Straßen auf den vorhandenen Trassen erneuert. Lediglich an der Ortseinfahrt der Kreisstraße soll eine Verschwenkung in die Fahrbahn eingebaut werden. Weitere Schritte zur Verkehrsberuhigung sind nicht vorgesehen.
Im Rahmen des Projekts soll auch teilweise der Kanal ausgetauscht werden. Das wird die Arbeitszeit wohl etwas verlängern, was der Ortsbürgermeister bedauert, hat aber auch Vorteile: "Bevor wir die Straße in zehn Jahren wegen der Kanäle wieder aufreißen müssen, sollten wir das gleich mit erledigen." Die Kosten dafür fallen nicht auf die Bürger zurück, wie Gordner klarstellte. Anders sieht es bei der Erneuerung der Gehwege aus, die bei den Bauvorhaben mit eingeplant sind. Der Bürgersteig soll entlang der Kreisstraße auf 1,25 Meter ausgebaut werden. In Richtung Schwollen soll das Trottoir sogar bis zum Ortsausgang erweitert werden.
Hier setzten die Diskussionen und Fragen zum Punkt der Kosten ein, welche im Fall der Bürgersteige von den Anliegern selbst getragen werden müssen. Auch die von der Gemeinde geplanten Grünflächen, unter anderem im Ortskern und an der Einmündung des Birkenwegs, wurden in Frage gestellt. "Ich kann und werde nichts zu den Kosten sagen", wies Rudi Gordner die aufkommende Debatte zurück: "Es liegen noch keine Zahlen vor, und auch die Abrechnungsart muss erst vom Gemeinderat beschlossen werden."
Herbert Leyser, der Sachbearbeiter der Verbandsgemeinde Birkenfeld für Dorferneuerung, appellierte an die Versammlungsteilnehmer, an die Zukunft zu denken: "Wir müssen investieren, damit die Kosten nicht alle an den Kindern und Enkelkindern hängen bleiben, die dann in die Stadt flüchten." Auch Ortsbürgermeister Gordner betonte erneut die positiven Seiten: "Wir müssen die Chance nutzen, wenn das Land und der Kreis in unsere Straßen investieren wollen." Außerdem ist angedacht, bei den Bauarbeiten gleich eine DSL-Leitung verlegen zu lassen.