Nahe-Zeitung vom 30.03.2006:
Bis aufs Dach, für dessen Verzinkung besseres Wetter benötigt wird, ist der Hattgensteiner Aussichtsturm vollendet
Die Erstbesteigung lässt auf sich warten
Einweihung der Touristenattraktion möglicherweise erst im Mai oder Juni Es sind zwar nur etwa 20 Meter, dennoch kommt eine alte Alpinisten-Regel zum Tragen: Der Termin der Erstbesteigung des Hattgensteiner Aussichtsturm hängt vom Wetter ab...
HATTGENSTEIN. Kurzzeitig hatte die Verbandsgemeinde Birkenfeld eine Einweihung im Herbst des vergangenen Jahres ins Auge gefasst. Doch aus dem Oktober 2005 wurde März 2006 und dann April... Nun verschiebt sich die Einweihung des Aussichtsturms bei Hattgenstein möglicherweise bis weit in den Mai.
Und wieder ist das Wetter schuld. Bisher hatte man bei den Absagen vor allem an die Besucher des Eröffnungsfestes gedacht. Im Spätherbst oder bei nasskaltem Vorfrühlingswetter wird kaum einer Lust zu einem Abstecher ins mit 600 Metern über Normalnull höchst gelegene Dorf des Landkreises verspüren, sagten sich die Organisatoren.
Auch um den Ablauf des Rahmenprogramms unter freiem Himmel auf dem ehemaligen Sportplatzgelände zu Füßen des Turms machte man sich Sorgen und verschob den Eröffnungstermin erneut.
Zuletzt haben die Turmbauer die Planungen über den Haufen geworfen: Die Fertigstellung des Dachs, das in rund 21 Metern Höhe die Turmbesteiger vor den Unbilden der Witterung schützen soll, ist selbst witterungsabhängig. Das verwendete Stahlblech muss noch an Ort und Stelle verzinkt werden, erläutert Maike Decker vom Fachbereich Organisation der Verbandsgemeinde-Verwaltung. Dazu brauche man eine regenfreie Woche und Außentemperaturen über der Zehn-Grad-Marke.
Gastliches Umfeld
Noch weitaus
angenehmer sollen die äußeren Bedingungen bei der offiziellen
Einweihung der rund 300 000 Euro teuren Touristenattraktion
werden. Ungern erinnert sich Bürgermeister Manfred Dreier an die
verregnete Eröffnung des Naturlehrpfades "Zauberwald"
in unmittelbarer Nachbarschaft. Im Rahmen eines künftig jährlich
stattfindenden "Zauberwaldfestes" könnte -
voraussichtlich im Mai oder Juni - der
Turm eingeweiht werden.
In Sachen Gastronomie hat es eine ebenso unerwartete wie erfreuliche Wendung ergeben, berichtet der Hattgensteiner Ortsbürgermeister Ru-di Gordner. Das ehemalige Clubheim am alten Sportplatz ist seit Dezember verpachtet, firmiert jetzt unter dem Namen "Rothenberghütte". Der Inhaber hat darüber hinaus das Schlachthaus der Gemeinde übernommen, lockt inzwischen mit Hausmacher Kost viele einheimische wie auswärtige Gäste.
Zu Füßen des Turms, wo Naturlehrpfad, Nordic-Walking-Routen und Sironaweg zusammentreffen, tummeln sich die Besucher, berichtet Gordner. Und "noch einiges" an Freizeitattraktionen - insbesondere für Familien mit Kindern - haben Ortsgemeinde und Verbandsgemeinde auf dem angrenzenden Sportplatzgelände außerdem im Hinterkopf. (kpm)
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Text zum Bild: Noch ragen die Enden der Douglasienstämme, aus denen der Aussichtsturm konstuiert ist, ohne Dach in den Himmel. Das Stahlblech konnte noch nicht verzinkt werden.