Mit Lob überhäuft
"Unser Dorf hat Zukunft": Jury war beeindruckt
Mit Lob überhäufte die Gebietskommission des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" bei ihrer Bereisung die Gemeinde Hattgenstein, die zusammen mit Eckersweiler den Landkreis Birkenfeld in der Sonderklasse der bereits profilierten Teilnehmer vertritt.
HATTGENSTEIN. Anscheinend stehen die Chancen gut, wie beim letzten Anlauf 2003/04 - damals noch in der Hauptklasse - das Landesfinale zu erreichen. Doch erst am 21. Juli stehen die Ergebnisse fest. Vorher müssen die fünf Juroren noch viele Eindrücke sammeln: Als elften der 33 qualifizierten Orte in der Region Koblenz besuchten sie das höchstgelegene Dorf im Kreis.
Im Gemeinschaftshaus erwartete sie eine hervorragende Präsentation: Nicht allein Ortsbürgermeister Rudi Gordner, sondern mit ihm drei engagierte Bürger stellten die Facetten der 280-Einwohner-Kommune vor. Ausdrucksstarke Fotos an den Wänden ersetzten den heute üblichen Beamer-Vortrag.
Von der sparsamen Haushaltsführung, der hohen Eigenleistung der Bevölkerung, der Fortschreibung des Dorferneuerungskonzepts und der Steigerung der Wohnqualität durch die "Sprudelstraße" berichtete der Ortschef und verwies auf die neuen Attraktionen auf der Gemarkung: Zauberwald, Nordic Fitness Park und Aussichtsturm.
Glockenturm als Kirche
"Wunderschöne alte Häuser sind erhalten geblieben", betonte Christine von der Burg, die Frontfrau des Vereins "Hattgenstein natürlich". Damit meinte sie sowohl die typischen Hunsrücker Quereinhäuser in privatem Besitz als auch die öffentlichen Gebäude. Zum Beispiel brachten Mitbürger das Kelterhaus unentgeltlich in Schuss, und der Glockenturm dient auch als Kirche, schilderte die Idar-Obersteiner Bauamtsleiterin.
Wieder belebt hat ein tatkräftiger Pächter das Schlachthaus und die "Rothenburg-Hütte", das frühere Sportlerheim.
Auf das rege soziale und kulturelle Leben ging Birgit Klein ein, die Vorsitzende des Gemischten Chors mit 69 Mitgliedern, davon 24 Sänger. Aktivposten sind auch die Freiwillige Feuerwehr mit ihrem Förderverein und der Verein für Schutz- und Gebrauchshunde.
Grüngestaltung und Dorfökologie waren die Themen von Egon Jüngst, der die charakteristischen Hecken und Alleen und die Streuobstwiesen hervorhob. Indes unterstrich Bürgermeister Manfred Dreier die Bedeutung Hattgenstein auf der "Achse des Wanderns" in der Strategie der Verbandsgemeinde Birkenfeld, den sanften Tourismus zu stärken.
Die Zeit vergessen...
Bei der anschließenden Besichtigung des Ortskerns verzettelten sich die Experten: "Wir haben die Zeit vergessen", bekannte Rainer Hub, der Leiter der Jury, der die bauliche Vielfalt und das "Buswartehäuschen in der historischen Bausubstanz" der Viehwaage besonders pries. Nun gelte es, sich den Siedlerhäusern aus den 50er- und 60er-Jahren konzeptionell zu widmen. Das "Kleinod" Glockenturm, die Jugendfreizeitstätte und die Integration aller Generationen haben es Petra Portugall vom Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung besonders angetan. Bei Gartenbau-Ingenieur Wolfgang Berg brachten der Hofbaum Walnuss, das gemeinsam angelegte Feuchtbiotop und die Trockenmauern mit Gartenstauden Pluspunkte. Der "vorbildliche Umgang mit den Obstgärten" imponierte Martin Tenbuß. (ks)
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