Nahe Zeitung vom 27.01.2006, Seite 21.:

Nach der Anerkennung als Schwerpunktgemeinde genießt die Dorferneuerung in Hattgenstein wieder einen hohen Stellenwert

Land wird nicht auf Vorrat erschlossen

Rat erteilte Planer Wandel und Moderatorin Franzen-Voß den Zuschlag
Immerhin 144 000 Euro investiert die Gemeinde Hattgenstein in diesem Jahr. Der Ausbau eines Feldwegs und der Grunderwerb für das Neubaugebiet bilden Schwerpunkte.
HATTGENSTEIN. Mit 80 000 Euro schlägt im Hattgensteiner Etat der Ankauf des Bauerwartungslands für die
 Fortführung des Wohngebiets Auf dem Schoß zu Buche. Wann und in welcher Größenordnung das Projekt in Angriff genommen wird, ist offen. "Das hängt vom Absatz ab - wir können es uns nicht leisten, Bauland auf Vorrat zu erschließen", erklärt der schon seit 1984 amtierende Ortsbürgermeister Rudi Gordner.

Nur lose Anfragen gestellt
Acht der 29 Areale gehören zum ersten Abschnitt. Fünf davon wurden an den Mann gebracht, allein zwei im vorigen Jahr. Daher liefert der Haushalt 2005 voraussichtlich einen Überschuss von 40 000 Euro. Demzufolge ist es möglich, auf 97 000 Euro aus der allgemeinen Rücklage zurückzugreifen, um das aktuelle Budget zu finanzieren.
Mit 25 000 Euro soll der Erlös aus einem Baugrundstück zur Deckung beitragen. Zwar gibt es immer wieder Anfragen, aber bis jetzt keine konkreten Verhandlungen. Der Preis beziffert sich auf 35 Euro pro Quadratmeter; die Bauplätze umfassen zwischen 550 und 850 Quadratmetern.
Zudem erhält der als "Wiesenweg" bezeichnete Wirtschaftsweg, der von der Flurstraße nach Oberhambach abzweigt, für 62 000 Euro eine neue Schwarzdecke. Noch nicht bewilligt ist ein Landeszuschuss in Höhe von 32 000 Euro, was 50 Prozent des Gesamtaufwands einschließlich Planung entspricht.
Ferner sieht der Vermögenshaushalt 2000 Euro für einen Anhänger vor, der sowohl von einem Traktor als auch von einem Auto gezogen werden kann. "Wir brauchen ihn, um Rasenmäher und sonstige Geräte zu transportieren", kommentiert das Dorfoberhaupt diese seit Jahren aufgeschobene Anschaffung.
Während der Wanderweg vom Forsthaus zur Jugendfreizeitstätte vollendet ist, stehen zwei andere im Vorjahr angelaufene Maßnahmen kurz vor dem Abschluss: Das Biotop am Ortsausgang Richtung Oberhambach ist noch auf Dichtigkeit zu überprüfen; auch die Anpflanzungen fehlen. Daneben wird eine Lehrtafel aufgestellt.

Großzügige Förderung
Ein besonderes Augenmerk gilt in Zukunft wieder der Dorferneuerung, die seit der Gestaltung des Ortsmittelpunkts am Feuerwehrgerätehaus 2002/03 ruhte. Denn die Ortsspitze wollte erst die Anerkennung als Schwerpunktgemeinde abwarten, was bis Mai 2005 dauerte.
Dank der Hilfe des Landes bleiben die Fortschreibung des Konzepts durch den ortsansässigen Architekten Hubertus Wandel und die Moderation - zusammen 16 000 Euro - für die 280-Einwohner-Kommune kostenneutral. Als Moderatorin wählte der Rat am Dienstagabend Nathalie Franzen-Voß aus. Gute Ideen erhofft sich Rudi Gordner vor allem für die Erneuerung der beidseitigen Gehwege und Nebenanlagen im Zuge des vom Landkreis für 2007 in Aussicht gestellten Ausbaus der Ortsdurchfahrt der K 15.
Erleichtert ist der Ortschef, dass der Metzgermeister Markus Wetsch das Schlachthaus und das ehemalige SCH-Heim, die "Rothenburg-Hütte", gepachtet hat: "Das läuft hervorragend." Impulse für die Gastronomie erwartet er von dem 25 Meter Meter hohen Aussichtsturm, den die Verbandsgemeinde bis Ende März am Rande des Sportgeländes errichten lässt.     (ks)

Eine Firma aus Kirchberg begann am Mittwoch mit der Aufstellung des Hattgensteiner Aussichtsturms.   Foto: Gerhard Ding

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